FAZ 24.03.2026
08:36 Uhr

Besuch bei Philip Manow: „Die Populisten sind nicht das eigentliche Problem der Demokratie“


Je tiefer die Krise der liberalen Demokratie, desto bekannter wird er: Der Politikwissenschaftler Philip Manow ist der Denker der Stunde. Was sieht er anders als andere? Ein Hausbesuch in der rheinischen Provinz.

Besuch bei Philip Manow: „Die Populisten sind nicht das eigentliche Problem der Demokratie“

Vielleicht muss man in Eitorf wohnen, um die Debatten in Deutschland auf den Kopf zu stellen. Nicht in den trendigen Vierteln der Metropolen, nicht in pittoresken Universitätsstädten, nicht in entvölkerten Bergbauregionen, sondern in dieser Zehntausend-Einwohner-Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, dreißig Kilometer östlich von Bonn. Die Häuser sind weder schön noch hässlich; Kölschkneipen gibt es ebenso wie Dönerbuden; Ausländeranteil, Arbeitslosenquote und Wahlergebnisse liegen im Bundesdurchschnitt. Würde man Eitorf auf einen Begriff bringen wollen, käme man um ein Wort kaum herum: normal.

Porträts mit Totenkopfabzeichen im Familienalbum, Zwangsarbeiter im heimischen Betrieb, Briefe über die Lust am Töten: Christina Strunck hat die NS-Geschichte ihrer eigenen Familie erforscht.

Ungarn zählt keine zehn Millionen Einwohner. Trotzdem ist es Ministerpräsident Viktor Orbán gelungen, sein kleines Land zu einem internationalen Player zu machen. Wie hat er das geschafft?

Die Bonner Republik als geglückte liberale Demokratie? Claudia C. Gatzka und Sonja Levsen haben Historiker versammelt, die die beliebte Meistererzählung anzweifeln. Doch dabei übersehen sie selbst einiges.

Redakteur im Feuilleton.

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