FAZ 05.06.2026
15:00 Uhr

Baden-Württemberg: Gasleck war Ursache für Explosion von Wohnhaus in Albstadt


Im Februar ist das Haus einer Familie in Baden-Württemberg explodiert. Drei Menschen starben. Ermittler haben nun herausgefunden, wie es zu dem Einsturz kam.

Baden-Württemberg: Gasleck war Ursache für Explosion von Wohnhaus in Albstadt

Eine verheerende Explosion hat in Albstadt in Baden-Württemberg vor fast vier Monaten ein ganzes Haus einstürzen lassen, eine dreiköpfige Familie hat ihr Leben verloren. Wie die Ermittler nun bekannt gaben, sehen sie die Ursache in einem jahrzehntealten Gasleck. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Hechingen kam es wohl bereits 1960 bei Bauarbeiten zu einem Schaden an der Gasleitung. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden hätten sich nicht ergeben. Bei der Explosion am 8. Februar wurden der Keller, das Hochparterre und die Garage des Gebäudes nahezu vollständig zerstört. Das gesamte Gebäude stürzte ein. Die drei Bewohner des Hauses wurden tot aus den Trümmern geborgen. Wie die Anklagebehörde weiter mitteilte, soll es beim Ausheben eines Grabens einer im Jahr 1960 errichteten Garage zu einer Beschädigung der Schutzschicht und vermutlich auch zu einer Beschädigung der Gasleitung gekommen sein. Durch fortschreitende Korrosion trat Gas aus, verteilte sich über das Erdreich und konnte über Fugen und Risse im Straßenbelag oder der Entwässerungsrinne der Garage entweichen. Das Leck sei geruchlich nicht wahrgenommen worden. Das Gas drang in die Garage ein und gelangte in den Keller Durch die Frostperiode vor der Explosion konnte das austretende Gas nicht mehr über den Bereich der Garageneinfahrt entweichen und drang stattdessen zunächst in die Garage ein und gelangte durch die vermutlich offenstehende Kellertür in den Keller des Gebäudes. „Dort konnte sich das Gas weiter ausbreiten und an geeigneter Stelle in Nähe des Gas-Brennwertgeräts im Keller des Hauses als Zündquelle für die schließlich erfolgte Explosion anreichern“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Grundsätzlich waren die 1958 verlegte Gas-Hausanschlussleitung und die 1960 über der Gasleitung gebaute Garage nach der damals gültigen Norm gebaut worden, wie die Ermittler wissen ließen. Der genaue Hergang einer Beschädigung beim Bau der Garage könne nicht mehr festgestellt werden. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass das Leck zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt und nicht behoben worden wäre. Ebenso gebe es keine Hinweise dafür, dass die Wartung und Überprüfung der Gasleitung unzureichend gewesen wären.