FAZ 07.05.2026
16:14 Uhr

Ansgar Heveling: Ab jetzt achtet er auf unser Geld


Der neue Präsident des Bundesrechnungshofs hatte im Bundestag wenig mit Haushaltsfragen zu tun. Aber auf seine neue Aufgabe ist er trotzdem vorbereitet.

Ansgar Heveling: Ab jetzt achtet er auf unser Geld

Was macht ein Jurist, der auserkoren wurde, Präsident des Bundesrechnungshofs zu werden? Er schaut ins Gesetz. Als Ansgar Heveling diese Geschichte am Telefon erzählt, muss er selbst lachen. Doch ist das tatsächlich nicht die schlechteste Vorbereitung. Denn sein künftiges Amt ist wirklich besonders. Nicht für jede Bundesbehörde gibt es ein eigenes Gesetz. Doch in diesem Fall wird die Unabhängigkeit der Prüfer normiert. Der Präsident vertritt die Behörde zwar nach außen. Aber im Tagesgeschäft, wenn Mitglieder des Rechnungshofs beispielsweise prüfen, ob ein Ministerium seine Mittel ordnungsgemäß und wirtschaftlich verwendet hat, ist sein Einfluss begrenzt, da kann er nicht einfach hineinfunken, wenn ihm etwas nicht passen sollte. Da wirkt er eher als Primus inter Pares. Heveling wird die Neuverschuldung des Bundes im Blick haben Gleichwohl ist es attraktiv, der in Bonn sitzenden Behörde vorzusitzen. So erreichen nur die wenigsten die Besoldungsstufe B11, im Bund gehören dazu die Staatssekretäre in den Ministerien. Da spricht man dann über ein Grundgehalt von gut 16.000 Euro. Doch das allein ist es nicht. Der Präsident ist für zwölf Jahre gewählt. Über ihm ist danach nur noch der Himmel am schönen Rhein. Schräg gegenüber von seinem künftigen Amtssitz hat Heveling (Jahrgang 1972) einst Jura studiert. Nun geht es beruflich zurück ins Rheinland. Heveling lebt ohnehin mit Hauptwohnsitz in Korschenbroich. Seit dem Jahr 2009 ist er Mitglied des Bundestags, den Wahlkreis 109 (er reicht vom südlichen Teil Krefelds bis ins Neusser Umland) hat er stets direkt gewonnen. Seit 2018 ist er Justiziar der Unionsfraktion. Im März wurde die frühere Bauministerin Klara Geywitz zur stellvertretenden Präsidentin des Bundesrechnungshofs gewählt. Jetzt war also die Union am Zug. Als ihn Jens Spahn gefragt hat, ob er sich das vorstellen könne, hat Heveling nach kurzer Bedenkzeit zugesagt. Jetzt folgt der formale Akt. Der Bundestag hat am Donnerstag der Personalie zugestimmt. Der Bundesrat soll an diesem Freitag nachziehen. Mit Haushaltsfragen hat der Jurist im Bundestag wenig zu tun gehabt. Er war Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien, später Vorsitzender des Innenausschusses. Wichtiger für seine neue Aufgabe ist  sein Leben vor dem eigenen Eintritt in die große Politik. Von 2005 bis 2009 war Heveling in Nordrhein-Westfalen stellvertretender Büroleiter und Redenschreiber des damaligen Finanzministers Helmut Linssen. Es war die Zeit, als es um eine strengere Schuldenregel für den Bund und die Länder ging. Nachdem jetzt Schwarz-Rot die Neuverschuldung in neue Rekordhöhen getrieben hat, steigen die Zinsausgaben von Jahr zu Jahr. Man darf also davon ausgehen, dass Heveling die Neuverschuldung des Bundes künftig genau im Blick haben wird.