FAZ 26.05.2026
16:25 Uhr

(+) Wiener Festwochen: Die Schönheit und das Teuflische


Die Wiener Festwochen eröffnen mit einer Rede Anne Applebaums, der Produktion „Wallden“ und Alice Diops Lesung aus dem Langgedicht „Die Reise der schwarzen Venus“ der amerikanischen Dichterin Robin Coste Lewis.

(+) Wiener Festwochen: Die Schönheit und das Teuflische

In einer Zeit, in der höllische Pläne mit himmlischen Aufträgen begründet werden und sich manch irdischer Politprotagonist als göttlicher Heilsbringer inszeniert, trägt die Ausrufung einer Götterrepublik eine Doppelbotschaft. Unter dem Motto einer „Republic of Gods“ servieren die Wiener Festwochen im Jubiläumsjahr die großen Themen: Wirkkraft der Mythen, Sehnsucht nach neuen Göttern, Erneuerung der Gesellschaft. In dieser Logik der Superlative ist es konsequent, die Festivaleröffnung auf einem der historisch hochmütigeren Plätze Europas, dem Heldenplatz, zu begehen. Zwar stammte das Eröffnungsprogramm aus einem Bauchladen postpolitischer Beliebigkeit, doch gelang es, aus einem politisch überkommenen Ort einen zu machen, an dem Tausende Menschen allerlei Herkünfte friedvoll feierten.

„Mama mit 16“: Eine Realityshow über frühe Schwangerschaften soll Russlands Demographie aufhelfen. Der Präsident braucht Nachwuchs für den Krieg.

Ein tausendjähriger Film als einzige Hoffnung am Digitalhorizont? Parallel zur 61. Biennale wird in „Strange Rules“ im venezianischen Palazzo Diedo der Status quo der KI-Kunst gezeigt.

Die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, nimmt zu. Ein Freibad in Ostwestfalen lässt Schüler ohne Schwimmschein und Begleitung nicht mehr rein. Wer ist verantwortlich dafür, dass Kinder schwimmen lernen?

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