In Hessen werden für Ostern Ajer oder Egger gefärbt, auf den Wiesen grasen wiederkäuende Ki, Koi oder Käue. Beim Bäcker gibt es Brut, Brout oder Braut, und wenn jemand stirbt, ist er daut, düt oder döt. Das Bundesland besitzt eine enorme Bandbreite an Dialekten, insgesamt werden zwischen Darmstadt und Korbach neun Mundarten gesprochen – von Rheinfränkisch und Zentralhessisch in weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets über Moselfränkisch (Raum Limburg), Ost- und Nordhessisch bis hin zu West- und Ostfälisch im äußersten Norden. Brigitte Ganswindt vom Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas an der Universität Marburg erklärt die Vielfalt so: „Hessen liegt in der Mitte Deutschlands und bekommt von allen Seiten was ab.“
