FAZ 06.08.2026
09:51 Uhr

(+) „Sarajevo-Safaris“: Das Märchen der Menschenjagd entlarvt die Sehnsucht nach bösen Eliten


Warum sind erfundene Geschichten wie jene von "Sarajevo-Safaris“ erfolgreich? Weil sie das Bedürfnis nach Elitenhass befriedigen, sagen bosnische Autoren.

(+) „Sarajevo-Safaris“: Das Märchen der Menschenjagd entlarvt die Sehnsucht nach bösen Eliten

Niemand hat den Krieg in Bosnien-Hercegovina so wortgewaltig literarisiert wie der in Sarajevo geborene und aufgewachsene Schriftsteller Miljenko Jergović, Träger des diesjährigen Leipziger Buchpreises und Dutzender anderer literarischer Auszeichnungen. Sein fulminanter Erstling „Sarajevo Marlboro“ kreist um die Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995, als die Truppen des bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladić die Stadt täglich durch Scharfschützen und Artilleriebeschuss terrorisierten. Es waren die Jahre, als der bosnische Serbenführer Radovan Karadžić seine Politik der „ethnischen Säuberungen“ verfolgte.

Kann eine Gesellschaft gerecht sein, die auf der Straße das Recht des Stärkeren gelten lässt? Der Prager Autor Petr Šesták schildert in „Ausgebrannt“ die wachsende Wut eines Fahrradkuriers.

Erfurt zeigt demnächst eine Ausstellung, die sich der ersten Gartenbauschau des Ostblocks widmet: eröffnet im April 1961, kurz vor dem Mauerbau. Jetzt ist eine Debatte um die politische Dimension der iga entbrannt.

In „The End of Oak Street“ sorgt eine Lücke in der Zeit dafür, dass eine amerikanische Vorstadtstraße in die Welt der Dinosaurier zurückversetzt wird. Das daraus folgende Chaos kostet der Film genüsslich aus.

Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

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