FAZ 01.08.2026
14:40 Uhr

(+) Roman „Frankenstein“: Nicht das Monster ist hier das Ungeheure


Mary Shelleys „Frankenstein“ erzählt nicht nur von der berühmten Kreatur. Im Hintergrund des Romans spielt sich das Drama einer Frau ab: das von Elizabeth, der Braut des Wissenschaftlers Victor Frankenstein.

(+) Roman „Frankenstein“: Nicht das Monster ist hier das Ungeheure

„Ich habe ein hübsches Geschenk für meinen Victor – morgen soll er es bekommen“, sagt Caroline Frankenstein zu ihrem Sohn am Vorabend jenes Tages, an dem sie Elizabeth Lavenza als Ziehtochter in ihr Haus holt. Victor beschreibt später, wie seine Mutter ihm Elizabeth am nächsten Morgen zeigte – mit einer Formulierung, die in ihrer Selbstverständlichkeit ebenso harmlos wie verstörend wirkt: Er habe die Mutter „in kindlichem Ernst beim Wort“ genommen und Elizabeth als sein Eigentum, als Eigentum, das er „schützen, lieben und umhegen sollte“ betrachtet.

Alle Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit. Aber daraus lassen sich andere Ansprüche ableiten, als man meint.

Ein unerfüllter Kinderwunsch treibt Iva und Felix in eine tiefe Krise. In ihrem Roman verwebt Tamara Štajner eskalierende Beziehungsstreits in Wien mit der erdrückenden Erwartungshaltung der Eltern am mazedonischen Ohridsee.

Mit 22 Dosen Makrelenfilets auf Abwegen am Rande Österreichs und der Literaturgeschichte: Thomas Raabs Montageroman „Jedermanns Dämon“ ist ein bisweilen irrer Trip.

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