FAZ 15.09.2026
21:35 Uhr

(+) Reza Premiere in Berlin: Dreißig Jahre in zehn Sekunden


Eine grandiose Nummernrevue des Scheiterns: Oliver Reese adaptiert Yasmina Rezas Roman „Glücklich die Glücklichen“ am Berliner Ensemble als sensiblen Stoff zum Nachfühlen.

(+) Reza Premiere in Berlin: Dreißig Jahre in zehn Sekunden

Eigentlich ist da nichts los auf der Bühne im Neuen Haus des Berliner Ensembles: Ein paar Personen treten nacheinander auf und gehen dann später weg. Dazwischen erzählen sie dem Publikum Dinge aus ihrem Alltag: Enttäuschte Erwartungen, verpasste Chancen, Pech in der Liebe. Wie das Leben so spielt. Und genau mit dieser Vorgabe folgt die Inszenierung des Intendanten Oliver Reese dem Roman „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza. Das Meisterwerk der französischen Autorin ist 2014 auf Deutsch erschienen und besteht aus 21 Monologen: Eine vielstimmige Symphonie der Leidenschaften, die sachlich kaschiert und andante einen Klangraum bildet, den einzig die Höllenfeuer der Gewöhnlichkeit heizen. Es gibt keine Aussicht und keine Hoffnung, nur wechselnd kolorierte Atmosphären aus Schwermut und Wehmut und das eine oder andere Glas Wodka.

Kinder haben ihre Meinung zur AfD und zu den Gründen für ihren Wahlerfolg. Auch wenn sie nicht in Sachsen-Anhalt leben und gerade erst aus den Sommerferien kommen. Über zwei überraschende Gespräche.

Immer mehr Prominente werden in ihren späten Vierzigern Mütter – als wäre eine Schwangerschaft in diesem Alter kein Problem. Manche behaupten sogar, Frauen könnten die eigene Fruchtbarkeit optimieren.

Poetische Exzesse vor dem drohenden Weltende: Der exilrussische Regisseur Serebrennikov veranstaltet in Berlin ein Multispartenfestival mit Weggefährten und Freunden.

Schlagworte: