FAZ 22.03.2026
08:10 Uhr

(+) Menschenrechtlerin Kolesnikowa: „Ich würde sogar dem Teufel danken“


Die belarussische Menschenrechtlerin Marija Kolesnikowa war fünf Jahre lang in Haft – und kam dann überraschend frei. Jetzt nahm sie den Karlspreis entgegen. Ein Gespräch.

(+) Menschenrechtlerin Kolesnikowa: „Ich würde sogar dem Teufel danken“

Marija Kolesnikowa ist eine der bekanntesten Bürgerrechtlerinnen der belarussischen Demokratiebewegung. Die ausgebildete Flötistin wurde 2020 zu einem Gesicht der Proteste gegen den Machthaber Alexandr Lukaschenko. Als Sicherheitskräfte sie damals gegen ihren Willen aus Belarus abschieben wollten, zerriss sie an der Grenze ihren Pass – eine Szene, die weltweit zum Symbol des Widerstands wurde. Kurz darauf wurde sie verhaftet und zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach fünf Jahren kam Kolesnikowa überraschend frei. Heute lebt sie im Exil und spricht weiterhin über die Zukunft ihres Landes und das Schicksal der politischen Gefangenen in Belarus. Vergangene Woche war sie zu Gast in Berlin und in Aachen, wo sie den Internationalen Karlspreis entgegennahm, der ihr 2022 während ihrer Haft verliehen worden war.

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