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26.03.2026
07:02 Uhr
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Der Krieg gegen Iran führt Europa vor Augen, wie verwundbar wir auf See sind – und wie sehr globale Machtpolitik über das Meer bis tief in unsere Gesellschaften hineinwirkt, erläutert ein Experte für maritime Sicherheit.

Kaum hatten Amerikaner und Israelis ihre Luftschläge gegen Iran begonnen, rückte mit der Straße von Hormus jener maritime Engpass in den Blickpunkt, an dem sich unsere strategische Verwundbarkeit im 21. Jahrhundert zeigt: Jede moderne Gesellschaft ist ohne Zugang zum Meer existenziell bedroht – besonders wir auf unserer europäischen Halbinsel. 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs und 80 Prozent der europäischen Energieversorgung hängen vom Seehandel ab.
Der Stillstand in der Straße von Hormus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Welthandel von neun natürlichen Meerengen abhängt. Alternativen zu ihnen gibt es kaum – und sie wären teuer.
Bei den Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten oder Australien wurde vor allem über Zölle gestritten. Viel entscheidender ist es jedoch, dass die Verträge den Zugang zu Ressourcen und Technologie verbessern, argumentiert ein Ökonom des Kiel Instituts.
Jahrhundertelang wurde die Schifffahrt auf dem Rhein von Kleinstaaterei ausgebremst. Doch von 1831 an ermöglicht die Mainzer Akte auf dem Fluss den freien Güterverkehr zwischen Deutschland, Frankreich und den Niederlanden – ein Baustein für den späteren europäischen Binnenmarkt.
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