FAZ 02.08.2026
22:07 Uhr

(+) Hillel Cohens Buch: Als Palästinenser für den Zionismus kämpften


Hillel Cohens „Schattenarmee“ revolutionierte den Blick auf das Verhältnis zwischen Juden und Arabern vor der Gründung Israels. Jetzt liegt es erstmals in deutscher Übersetzung vor.

(+) Hillel Cohens Buch: Als Palästinenser für den Zionismus kämpften

Vor dem Anblick der Trümmerberge im Nahen Osten liest sich Hillel Cohens Buch stellenweise wie ein Bericht aus einer versunkenen Welt. Es handelt von einer Zeit, in der palästinensische Araber öffentlich für den Zionismus warben. Sie taten es aus Gewinninteresse, aus persönlicher Verbundenheit oder aus der nüchternen Einsicht, dass die Errichtung eines jüdischen Staates unausweichlich sei und jeder Versuch, ihn aufzuhalten, in einer vernichtenden Niederlage enden müsse. Manche wurden vom zionistischen Geheimdienst angeworben, der verstand, dass die breite Masse der palästinensischen Araber einen jüdischen Staat nicht allein aus materiellen Gründen akzeptieren würde. Andere handelten aus freien Stücken.

Die Debatte um die Leihmutterschaft verläuft nicht entlang der Linie zwischen progressiv und konservativ. Ein Vertrag unter liberalen Prämissen ist denkbar, würde das Rechtsgeschäft in der Praxis aber eher verhindern als ermöglichen.

Verrückt, wie leise man öffentlich singen kann: Georg Nigl sinnt Shakespeares Narren nach und lässt sich von Dörte Lyssewski auf den Weisheitszahn fühlen. Zum vierten Mal veranstaltet der Bariton seine Salzburger „Nachtmusiken“.

Der Frust des Publikums über die Verweigerung einer Erzählung im „Ring des Nibelungen“ durch die Künstliche Intelligenz entlädt sich bei den Bayreuther Festspielen in Ablehnung und Flucht. Sinn schafft nur die Musik.

Redakteur im Feuilleton.

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