FAZ 24.09.2026
06:50 Uhr

(+) Flugtaxis und Roboter: Peking muss seinen eigenen Weg in der Industriepolitik finden


Nachdem Peking jahrzehntelang in etablierten Branchen vom Ausland lernen und Elemente für die eigene Industriepolitik kopieren konnte, stellt die Flugtaxi- und Drohnenbranche den Staat vor neue Herausforderungen.

(+) Flugtaxis und Roboter: Peking muss seinen eigenen Weg in der Industriepolitik finden

Seit drei Monaten schon müssen Chinas Flugtaxis am Boden bleiben. Nachdem ein Pilot mit seinem Kleinflugzeug Ende Juni in einen Bankenturm mitten in Peking geflogen war und zuvor fast mit einem Linienflug kollidiert wäre, wurde nun rund um Peking wurde eine Flugverbotszone von der Größe Italiens eingerichtet. Der Drohnenbesitz ist für Privatleute dort jetzt illegal. Auch an anderer Stelle rudert der chinesische Staat bei seiner Technologieentwicklung nun zurück: Die Börsengänge von Herstellern humanoider Roboter werden ausgebremst, weil der Hype zu groß wurde, und der Kurs des Herstellers Unitree kurz nach dem Börsengang stark eingebüßt hat.

Bei der Künstlichen Intelligenz geht es auf lange Sicht darum, wer die Innovationen der Welt vorantreibt. Hier habe Europa dank seiner wissenschaftlichen Exzellenz noch gute Chancen, meint ein früherer Botschafter.

China und die EU drehen weiter an der handelspolitischen Eskalationsschraube. Überrollt von der Exportwelle der Volksrepublik suchen die Europäer nach Antworten. Bei nächtlichen Beratungen auf dem EU-Gipfel ging es darum, ob künftig eine härtere Linie nötig ist.

Zukunftstechnologien erfordern immer mehr kritische Rohstoffe. Die aber liegen in den Händen weniger Länder. In Zeiten der geoökonomischen Machtpolitik achten diese mehr und mehr darauf, ihre Vorkommen für sich selber zu nutzen und als Druckmittel einzusetzen.

Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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