FAZ 27.03.2026
13:19 Uhr

(+) Die Serie „Code of Silence“: Ich sehe, was du sprichst


In „Code of Silence“ ermittelt eine Gehörlose verdeckt. Was hierzulande schnell Zeigefingerfernsehen wäre, gelingt in dieser sehenswerten Serie.

(+) Die Serie „Code of Silence“: Ich sehe, was du sprichst

Für Alison Woods (Rose Ayling-Ellis) scheint die Karriere bei der Polizei von Canterbury vorbei zu sein, bevor sie richtig begonnen hat. Übereifrigkeit wirft ihr der Teamleiter vor, Alleingänge, Regelbrüche, und überhaupt, so meint ein anderer Kollege, fehle ihr die systematische Ausbildung als forensische Lippenleserin. Einen Versuch war es wert mit der Dilettantin, nun werde ihr Einsatz gefährlich. Der verantwortliche DI James Marsh (Andrew Buchan) zieht die Reißleine. Seine Polizeikollegin DS Ashleigh Francis (Charlotte Ritchie), frustriert und überarbeitet, mag es gut gemeint haben, als sie Alison in der Kantine dabei beobachtete, wie sie Gespräche von den Lippen las und weitertratschte. Die professionellen Polizeilippenleser waren unabkömmlich, deswegen das Experiment.

Außer Kokain in der Kaffeedose bietet der „Polizeiruf“ aus Potsdam wenig Überraschendes. Die Kommissare latschen als Gender-Klischees durch die Stadt und bearbeiten einen Fall nach Lehrplan. Wieso muss der RBB sein Publikum so unterschätzen?

Nach mehr als elf Jahren voller Leidenschaft und Brutalität geht die Zeitreise-Fantasy-Serie „Outlander“ in ihre letzte Staffel – und bietet noch einmal auf, was Fans an Diana Gabaldons Schöpfung am meisten lieben.

Eine verstörende Ausstellung in der Berliner Topographie des Terrors geht der Frage nach, was die Deutschen über den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden wussten.

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