FAZ 23.07.2026
06:50 Uhr

(+) Alternative Handelswege: Der Irankrieg belebt die Nordpolarroute


Das durch die Blockade der Straße von Hormus neu entbrannte Ringen um die Schifffahrtsstraßen der Welt rückt auch die Nordpolarroute wieder in den Blickpunkt. Immer mehr asiatische Länder testen die Strecke, pumpen Geld in deren Erschließung oder vereinbaren Unterstützung mit Russland.

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Südkorea will Anfang September mit einem Containerschiff die Strecke von seinem Hafen Busan über das norwegische Tromsø entlang Russlands Küste nach Rotterdam testen. Die Reisezeit soll statt 40 Tage durch den Suezkanal auf rund 20 Tage halbiert werden. Die Regierung in Seoul unterstützt die Testfahrt mit mehr als 7 Millionen Dollar. Im vergangenen Herbst hatte China ein Containerschiff auf der Nordroute fahren lassen. Im September plant Südkorea eine vergleichbare Passage. „Der Nordpol öffnet sich, eine Tür zu neuen Chancen. Japan und China bereiten sich schon darauf vor“, sagte Lee Jae Myung, der Ministerpräsident Südkoreas, gerade.

China und die EU drehen weiter an der handelspolitischen Eskalationsschraube. Überrollt von der Exportwelle der Volksrepublik suchen die Europäer nach Antworten. Bei nächtlichen Beratungen auf dem EU-Gipfel ging es darum, ob künftig eine härtere Linie nötig ist.

Zukunftstechnologien erfordern immer mehr kritische Rohstoffe. Die aber liegen in den Händen weniger Länder. In Zeiten der geoökonomischen Machtpolitik achten diese mehr und mehr darauf, ihre Vorkommen für sich selber zu nutzen und als Druckmittel einzusetzen.

Deutschland ist mit seiner Bewerbung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Es hätte gute Argumente dafür gegeben. Doch der Völkerbund steckt in einer tiefen Krise und braucht eine grundlegende Reform.

Leiter F.A.Z. Weltwirtschaft

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