Dlf 29.03.2026
08:52 Uhr

USA - "No Kings": Millionen Menschen demonstrieren wieder gegen Trump - Kundgebungen auch in Deutschland


In den USA sind bei den dritten landesweiten Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Trump erneut zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Die Proteste unter dem Motto "No Kings" ("Keine Könige") fanden nach Angaben der Organisatoren in 50 Bundesstaaten mit "mindestens acht Millionen" Teilnehmern statt.

USA -
Die US-Behörden veröffentlichten zunächst keine Schätzungen über die Gesamtzahl der Demonstrierenden. Die Organisatoren, ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, hatten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3.000 Kundgebungen geplant, in großen Städten aber auch kleinen Ortschaften.

"Wir verlieren unsere Demokratie"

In der Hauptstadt Washington marschierten Trump-Gegner mit Bannern wie "Kampf dem Faschismus" zum Lincoln Memorial. In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia protestierten tausende Menschen mit Plakaten wie "Wir verlieren unsere Demokratie." In New York gingen ebenfalls zehntausende Demonstrierende auf die Straßen, darunter Oscar-Preisträger Robert De Niro. Der Schauspieler ist ein erklärter Kritiker des US-Präsidenten und bezeichnete Trump als "existenzielle Bedrohung für unsere Freiheit und Sicherheit". Protestiert wurde auch in den US-Bundesstaaten Michigan und North Carolina sowie an der Westküste. In Los Angeles soll es zu Ausschreitungen gekommen sein. Randalierer hätten ein Bundesgebäude umstellt, teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Zwei Personen wurden festgenommen.

Zentrale Veranstaltung in Minnesota

Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste galt eine Großkundgebung im US-Bundesstaat Minnesota, der nach dem brutalen Vorgehen der Behörden gegen Einwanderer im Fokus von regierungskritischen Protesten stand. In St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, spielte der Rockmusiker und Trump-Kritiker Bruce Springsteen seinen Protestsong "Streets of Minneapolis", den er nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Alex Pretti und Renee Good geschrieben hatte. Die Proteste richteten sich neben der Migrationspolitik der US-Regierung auch gegen außenpolitische Entscheidungen sowie steigende Lebenshaltungskosten. Kritiker werfen Trump vor, demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und das Wahlrecht zu untergraben
Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin hatte die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung bezeichnet. Es war bereits die dritte "No Kings"-Protestveranstaltung. Auch im Juni und im Oktober vergangenen Jahres gingen bereits mehrere Millionen Menschen auf die Straßen.

Auch Proteste in Deutschland

Auch außerhalb der USA gab es Anti-Trump-Demonstrationen, unter anderem in den europäischen Städten Amsterdam, Madrid und Rom. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf statt. Auf Plakaten warfen einige hundert Demonstranten in Berlin Trump Angriffe auf die Demokratie vor, kritisierten die Einwanderungsbehörde ICE oder forderten die vollständige Freigabe der sogenannten Epstein-Akten, die sich um den Skandal des verstorbenen Sexualstraftäters Epstein drehen. In München versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz. In Frankfurt kamen rund 120 Teilnehmer zusammen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

USA-Expertin sieht Trump unter Druck

Die USA-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, Cathryn Clüver Ashbrook, sieht Trump wegen des Iran-Kriegs zunehmend innenpolitisch unter Druck. Im Deutschlandfunk sagte die Politologin, der Iran-Krieg könnte auch die motivieren, an den Protesten teilzunehmen, die sich politisch zum unabhängigen Lager zählen. Clüver Ashbrook begründete dies unter anderem mit der gestiegenen Inflation. Das seien Konsequenzen, die die Amerikaner im Portemonnaie spürten. Selbst bei den Republikanern gebe es zunehmend Widerstand gegen Trump.
Viel lauter sei allerdings die, wie Clüver Ashbrook es nennt, "MAGA-Medienopposition" mit bekannten Podcastern, die großen Einfluss auf Anhänger der MAGA-Bewegung von Trump haben.
Diese Nachricht wurde am 29.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.