Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit hat sich die Fallzahl seit Beginn der Zählung im Jahr 2012 mehr als verdoppelt - damals lag sie erst bei etwa 38.300. Als mögliche Gründe sehen die Statistiker neben einer tatsächlichen Zunahme auch höhere Wachsamkeit und Anzeigebereitschaft, Verbesserungen in der Zusammenarbeit und Qualifizierung der Fachkräfte sowie gesetzliche Neuerungen.
In den meisten Fällen Gefährdung durch ein Elternteil
Mehr als die Hälfte der betroffenen Kinder war höchstens acht Jahre alt. 40 Prozent der betroffenen Kinder lebten bei beiden Eltern, 37 Prozent bei einem alleinerziehenden Elternteil. In drei Vierteln der Fälle ging die Gefährdung laut Statistikamt ausschließlich oder hauptsächlich von Mutter oder Vater aus.
Am häufigsten wurden Anzeichen von Vernachlässigung festgestellt, danach folgten Hinweise auf psychische Misshandlungen und Indizien für körperliche Misshandlungen. Bei fünf Prozent der betroffenen Kinder gab es Hinweise auf sexuelle Gewalt.
Mehr Kindeswohlgefährdung - weniger Inobhutnahmen
Entgegen dem Zuwachs bei den Fällen von Kindeswohlgefährdung hatte das Statistische Bundesamt im Juli bei den Inobhutnahmen eine geringere Zahl gemeldet. Diese seien im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf rund 56.900 gesunken. Grund dafür sei aber vor allem eine nahezu Halbierung der Inobhutnahmen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
Diese Nachricht wurde am 13.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
