Klingbeil betonte, er trage auch Verantwortung für das Ergebnis und wisse, dass es Personaldebatten geben werde. Und die habe man auch zu führen. Er persönlich wolle sich in einer Phase mit zwei Kriegen und einer Wirtschaftsflaute nicht wegducken. Auch die SPD-Co-Vorsitzende Bas räumte eine Mitverantwortung der Bundespartei für die Wahlniederlage ein. Man müsse darüber reden, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei. Die Parteivorsitzenden kündigten für den späten Vormittag ein Statement an.
Schweitzer macht Bundespartei Vorwürfe
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schweitzer übte deutliche Kritik an der Bundespartei. Der SPD-Politiker sagte der Zeitung "Rheinpfalz", die Bundes-SPD habe ihm keinen Rückenwind gegeben. "Es war, als würde ich einen Sprint gegen den Berg laufen." Angesichts dessen sei seine Partei "noch weit gekommen", fügte er hinzu.
Deutschlandfunk-Korrespondentin Katharina Thoms sagte, der Druck auf die Parteispitze sei enorm. "Die Ursachen für das schlechte Abschneiden liegen auch beim Bund, ganz klar", ordnete sie ein. Das hätten auch Nachwahlbefragungen ergeben. Nach Ansicht von Thoms wären bei einer Diskussion über die künftige Ausrichtung auch Flügelkämpfe nicht auszuschließen.
Keine Zeit für Personaldebatte?
Die Diskussion um die Parteivorsitzenden Klingbeil und Bas wolle man in der Partei aber nicht so recht führen - auch mit Blick auf die umzusetzenden Reformen in der Bundesregierung, erklärte Thoms. Innerhalb der SPD werde es so gesehen, dass man für Personaldebatten gar keine Zeit habe, so Thoms.
Bundesverteidigungsminister Pistorius wies Rufe nach einem kompletten Wechsel der SPD-Parteispitze zurück. Weder in der Partei, noch in der Koalition benötige man nun eine Personaldiskussion, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das wäre unverantwortlich und ich stehe dafür nicht zur Verfügung. Auch angesichts der Weltlage und der Herausforderungen, vor denen wir in Deutschland stehen, stehen wir vor anderen Problemen. Wir müssen uns auf unsere Regierungsarbeit konzentrieren."
Die stellvertretende Parteichefin und saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger sagte im Deutschlandfunk, eine Debatte müsse nicht zwingend zu dem Ergebnis kommen, dass personelle Konsequenzen an der Parteispitze nötig seien. Es sei aber deutlich geworden, dass die SPD nicht mehr als das gesehen werde, was sie immer gewesen sei, nämlich die Partei der Arbeitnehmer.
Die niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Schröder-Köpf hatte nach der SPD-Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz einen kompletten Wechsel an der Spitze ihrer Partei gefordert.
Diese Nachricht wurde am 23.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
