Dlf 29.07.2026
10:37 Uhr

Kabinetts-Umbildung - Weselsky befürchtet neuen Stillstand bei der Bahn durch Wechsel im Verkehrsministerium


Der ehemalige langjährige Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Weselsky, bedauert die Ablösung des bisherigen Bundesverkehrsministers Schnieder. Er befürchtet neue Verzögerungen bei der Erneuerung der Bahn.

Kabinetts-Umbildung - Weselsky befürchtet neuen Stillstand bei der Bahn durch Wechsel im Verkehrsministerium
Schnieder habe mehr getan als viele Vorgänger, sagte Weselsky im Deutschlandfunk . Gerade bei der Eisenbahn müsse langfristig mit gleicher Intensität und strategischer Voraussicht gearbeitet werden. Ein Personalwechsel sorge zunächst für Stillstand. Weselsky betonte aber, dass man dem neuen Verkehrsminister Bilger eine Chance geben müsste. Weselsky - selbst CDU-Mitglied - kritisierte die Art und Weise, wie Schnieder abgelöst wurde.

Unmut in der Union

Innerhalb der Union erhält Kanzler Merz für die Personalrochaden Kritik. Die Ablösung Schnieders hat Ärger in dessen Landesverband Rheinland-Pfalz ausgelöst. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer bemängelte zudem, dass Sports-Staatsministerin Schenderlin ins Gesundheitsministerium wechseln muss. Bremens CDU-Vorsitzender Strohmann berichtete im "Tagesspiegel" von einem wachsenden Unmut bei Parteimitgliedern.

CDA-Chef Radtke verteidigt Merz' Entscheidung

Der CDU-Sozialpolitiker Radtke stellt sich hinter Kanzler Merz. Im Deutschlandfunk sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft , es sei die Freiheit und das Recht eines Kanzlers, seine Mannschaft so auf- und umzustellen, wie er es für richtig halte. Dass aus der eigenen Partei so viel Kritik dafür gekommen sei, liege daran, dass man es in der Politik mit Menschen und entsprechend mit Empfindlichkeiten zu tun habe.
Radtke forderte in diesem Zusammenhang einen besseren Kommunikationsstil des CDU-Parteichefs. Der Europaparlamentsabgeordnete sagte, zu Führungsaufgabe gehöre es eben auch, solche Befindlichkeiten einzupreisen und damit umzugehen.
Diese Nachricht wurde am 29.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.