Dlf 24.03.2026
21:31 Uhr

Ifo-Studie zu Einwanderung - Staatsbürgerschaft durch Geburt reduziert Kriminalität


Wenn Kinder eingewanderter Eltern oder Großeltern bereits bei ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, werden sie laut einer Untersuchung des ifo Instituts seltener kriminell. Demnach wurden Jugendliche der zweiten und dritten Einwanderergeneration, die seit ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, rund 70 Prozent seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert als vergleichbare Jugendliche zuvor, die noch keinen deutschen Pass hatten.

Ifo-Studie zu Einwanderung - Staatsbürgerschaft durch Geburt reduziert Kriminalität
Der Rückgang bezog sich vor allem auf Eigentums- und Drogendelikte. Grundlage der Studie des Ifo-Instituts und der Universität Passau waren Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus Baden-Württemberg, Hessen und Berlin. Als Gründe nennt Ifo-Forscher Andres, die Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Geburt könne die Identitätsbildung prägen, das soziale Vertrauen stärken und die Chancen auf Bildung, Beschäftigung und politische Teilhabe verbessern.

Bessere schulische Leistungen führen zu weniger Kriminalität

So zeigten Kinder mit Migrationshintergrund, die bereits bei der Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatten, bessere schulische Leistungen. Durch den besseren Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sinke die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche kriminell werden.
Seit der Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern bei ihrer Geburt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Vor 2000 erwarben nur Kinder mit mindestens einem deutschen Elternteil die Staatsbürgerschaft bei Geburt.
Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.