Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sieht ein Vorschlag aus Frankreich vor, dass die europäischen Staaten 50 Millionen Barrel Diesel freigeben. Das entspräche etwa der Hälfte der US-amerikanischen Forderung. Frankreichs Präsident Macron kündigte an, dass die G7-Staaten noch heute über die weltweit hohen Kraftstoffpreise beraten werden.
Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend zur Forderung aus Waahigten. "Der Grund für die hohen Kraftstoffpreise liegt zuvorderst in der Lage im Nahen Osten und der damit zusammenhängenden Verknappung des Angebots. Es gilt jetzt, die Märkte nicht weiter zu verunsichern", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Hille in Berlin.
USA drohen mit Exportstopp
US-Finanzminister Bessent hatte gestern erklärt, Landwirte, LKW-Fahrer und Unternehmen in den USA dürften nicht mit der Last einer weltweiten Diesel-Knappheit alleine gelassen werden. Medienberichten zufolge drohte die US-Regierung auch mit einem Exportstopp von Diesel nach Europa.
Beobachter sehen als Hintergrund den US-Wahlkampf für die Zwischenwahlen im November. Sie vermuten, dass Trump erreichen will, dass in den Vereinigten Staaten der Dieselpreis noch vor der Abstimmung deutlich sinkt. Derzeit sind die Treibstoffpreise in den USA wegen des Iran-Kriegs stark gestiegen.
Russland erwägt Ende des Exportsverbots
Russland will eine teilweise Aufhebung seines Exportverbots für Diesel prüfen, sollte es zu einer Überproduktion kommen. Der stellvertretende Ministerpräsident Nowak erklärte im Parlament, der heimische Dieselmarkt sei derzeit ausgeglichen und die Versorgung ausreichend. Russland hatte erst diese Woche die derzeitige Ausfuhrsperre für Diesel bis Ende Oktober verlängert und damit die Anspannung auf dem globalen Energiemarkt erhöht. Vor der Begrenzung der Exporte im Sommer war Russland der zweitgrößte Diesellieferant der Welt nach den USA. Präsident Putin hatte allerdings kürzlich erklärt, Russland werde bis zur Aufhebung der Sanktionen keinen Diesel auf den Weltmarkt liefern.
Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
