Dlf 27.03.2026
08:31 Uhr

Gesellschaft - Merz führt "explodierende Gewalt" auch auf Zuwanderung zurück - Kanzler erneut in der Kritik


Bundeskanzler Merz hat mit seinem Hinweis auf Migration als eine Ursache für - Zitat - "explodierende Gewalt" Kritik auf sich gezogen. Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Bünger, warf ihm vor, von den eigentlichen Ursachen abzulenken. Der ARD sagte Bünger, wer ausgerechnet bei Gewalt gegen Frauen reflexhaft auf Zuwanderung zeige, verharmlose strukturelle Gewalt, statt sie zu bekämpfen.

Gesellschaft - Merz führt
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Köktürk reagierte mit einer obszönen Geste auf Merz' Aussagen. Sie veröffentlichte auf Instagram ein Foto, auf dem sie den Mittelfinger zeigt. Dazu schrieb sie die Worte: "Ey Merz, ich glaube ja fast, du wärst selbst gern Teil von uns. Du bist ja so besessen davon, über uns zu reden." Weiter warf sie Merz "hysterisches Dauergejammer" über Migranten vor.
Die forschungspolitische Sprecherin der Grünen, Asar, meinte, Merz habe eine Frage zu Gewalt gegen Frauen erneut dazu genutzt, Zugewanderte unter Generalverdacht zu stellen. Ein trauriges Muster, das man inzwischen nur allzu gut kenne, führte sie mit Blick auf ähnliche Debatten über Merz in der Vergangenheit aus. Der Grünen-Rechtspolitiker Limburg spottete im Bundestag, wer wirklich glaube, patriarchale Gewalt und Femizide seien ein eingewandertes neues Phänomen, der glaube auch an die Beliebtheitswerte dieses Bundeskanzlers.

Türkische Gemeinde hält Merz "unterlassene Hilfleistung" vor

Kritik kam auch vom Verein "Türkische Gemeinde in Deutschland". Die Bundesvorsitzende sagte der Deutschen Presse-Agentur, mit seinen gestrigen Äußerungen habe Merz bewiesen, dass es ihm nicht um den Schutz von Frauen gehe, sondern um politische Instrumentalisierung. Wenn ein Bundeskanzler angesichts drastischer Fälle sexualisierter Gewalt - auch im digitalen Raum - mit "Aber die Ausländer" reagiere, grenze dies an unterlassene Hilfeleistung,
Der Grünen-Rechtspolitiker Limburg spottete im Bundestag, wer wirklich glaube, patriarchale Gewalt und Femizide seien ein eingewandertes neues Phänomen, der glaube auch an die Beliebtheitswerte dieses Bundeskanzlers.

Merz: "Das gehört zur Vollständigkeit des Bildes dazu"

Der Bundeskanzler hatte von explodierender Gewalt in der Gesellschaft, sowohl im analogen als auch im digitalen Raum, gesprochen, gegen die man etwas tun müsse. Dazu gehöre dann aber, über die Ursachen zu reden und auch anzusprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer komme. Das gehöre zur Vollständigkeit des Bildes dazu, führte Merz aus.
Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.