Dlf 08.05.2026
09:14 Uhr

Erste Lesung - Bundestag diskutiert über stärkere Gleichstellung von Menschen mit Behinderung


Der Bundestag hat in erster Lesung über neue Regeln zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen debattiert. Um ihnen den Alltag zu erleichtern, sollen die Vorgaben für Barrierefreiheit verschärft werden. Dabei geht es auch um Regeln für die Privatwirtschaft.

Erste Lesung - Bundestag diskutiert über stärkere Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Bundessozialministerin und SPD-Chefin Bas sagte, man wolle Teilhabe ermöglichen, ohne Unternehmen dabei zu überfordern. Die CSU-Abgeordnete Dübner warb dafür, mehr Inklusion nicht allein durch Pflichten, sondern durch praktikable Alltagslösungen zu schaffen.
Verbänden gehen die Pläne nicht weit genug, da bauliche Veränderungen nicht verpflichtend werden sollen. Auch die Opposition kritisierte den von Union und SPD erzielten Kompromiss als halbgar. Der AfD-Abgeordnete Bohnhof erklärte, der derzeitige Stillstand werde nur notdürftig kaschiert. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Pellmann kritisierte, der Entwurf verhindere, dass die Wirtschaft auch nur irgendwie belastet werde. Die Grünen-Abgeordnete Rüffers meinte in der Debatte, die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes sei nichts, auf das man stolz sein könne.

Proteste gegen Gesetzentwurf

Am Dienstag hatten etwa 6.000 Menschen in Berlin für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen demonstriert. Anlass war der 1992 eingeführte Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Dabei wurde eine Petition an Abgeordnete des Bundestages übergeben. Darin wird eine gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit gefordert und der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes kritisiert.

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Diese Nachricht wurde am 08.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.